Deutsches Filmmuseum in der Trägerschaft des Deutschen Filminstituts – DIF e.V.
FOKUS: CHINA
Filmreihe begleitend zur Frankfurter Buchmesse 2009

FOKUS: CHINA, WODE FUQIN MUQIN (The Road Home, 1999) Als Ehrengast steht China im Fokus der Frankfurter Buchmesse im Oktober, unsere begleitende zweimonatige Filmreihe startet bereits in diesem Monat. Das chinesische Kino erlebte von den 1930er bis in die 1950er Jahre eine erste Blüte, nach Jahrzehnten der Stagnation gehört es seit den 1980er Jahren wieder zu den aufregendsten der Welt. Unsere Filmreihe bietet einen historischen Querschnitt aus mehr als 80 Jahren Filmgeschichte: von der ersten erhaltenen Produktion bis zu aktuellen Erfolgen.

Kinotermine im Oktober

Fr 2.10. 22.30 Uhr | Sa 3.10. 20.30 Uhr
超强台风
CHAOQIANG TAIFENG Super Typhoon

VR China 2008, R: Feng Xiaoning, D: Wu Gang, Song Xiaoying, Liu Xiaowei, 93 min OmeU
CHAOQIANG TAIFENG Super Typhoon In dem chinesischen Katastrophenfilm CHAOQIANG TAIFENG (Super Typhoon, 2008) nähert sich ein Taifun namens „Blue Whale” der südchinesischen Küste und bedroht eine dicht bevölkerte Stadt. Genregemäß werden in Parallelhandlungen eine Reihe von Personen eingeführt, die von diesem Ereignis betroffen sind: Im Mittelpunkt stehen der Bürgermeister, der die Evakuierung leitet, und eine Meteorologin. Regisseur Feng Xiaoning inszenierte die Desasterszenen nicht zum Selbstzweck, sondern verweist auf die Wirkung von umsichtiger Planung bei Naturkatastrophen

So 4.10. 18.00 Uhr | Di 6.10. 20.30 Uhr
走路上学
ZOULU SHANGXUE Walk to School

VR China 2009, R: Peng Jiahuang, Peng Chen, D: Ding Jiali, Ana Muli, Cao Xiwen, 85 min OmeU
ZOULU SHANGXUE Walk to School Mit ZOULU SHANGXUE (Walk to School, 2009) drehten die Brüder Peng Jiahuang und Peng Chen einen Film im entlegenen Gongshan-Gebirge in der Provinz Yunnan. Die Kinder eines Dorfes des Lisu-Stammes können nicht einfach laufend zur Schule gehen, sondern müssen auf ihrem Weg, an einem Haken hängend, mittels eines aufgespannten Seils eine Schlucht überqueren. Die beiden Protagonisten sind zwei Geschwister: Die ältere Schwester geht schon zur Schule, während ihr kleiner Bruder als noch zu jung fürdiese Anstrengung gilt. Sein Lerneifer ist aber so groß, dass er sich trotzdem heimlich auf den Weg macht... Nicht zuletzt lebt der Film von der atemberaubenden Szenerie.

Do 8.10. 20.30 Uhr | Sa 17.10. 22.30 Uhr
吴清源
WU QINGYUAN The Go Master

VR China 2006, R: Tian Zhuangzhuang, Da: Chang Chen, Sylvia Chang, Emoto Akira, 104 min OmeU
Einführung: Martin Gieselmann (8.10.), Autor des Buches Made in China.
In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Arnoldshain.
WU QINGYUAN The Go Master Wu Qingyuan ist der wohl berühmteste Meister des Go-Spiels im 20. Jahrhundert. Geboren 1914 in China, wurde er als Jugendlicher nach Japan geschickt, wo Go sich ganz besonderer Beliebtheit erfreute. Wu blieb dort, heiratete eine Japanerin und widmete sein Leben dem Go-Spiel und dem Buddhismus. Tian Zhuangzhuangs Film WU QINGYUAN (The Go Master, 2006) rekonstruiert diese Biografie nicht als konventionelles Biopic, sondern konzentriert sich in einem dem Thema angemessenen meditativen Stil auf die Suche seines innerlich zerrissenen Helden nach Perfektion, während gleichzeitig die Spannungen zwischen Wus Herkunfts- und Gastland zunehmen. Die Kostüme stammen von Wada Emi, bekannt vor allem durch diverse Kurosawa-Filme.

Sa 10.10. 22.30 Uhr | Mi 14.10. 20.30 Uhr
玉观音
YU GUANYIN Goddess of Mercy

VR China/Hongkong 2003, R: Ann Hui, Da: Vicki Zhao Wei, Nicholas Tse, Liu Yunlong, 109 min OmeU
YU GUANYIN Goddess of Mercy Seit den frühen 1980er Jahren gilt Ann Hui (Xu Anhua) als eine der renommiertesten Regisseurinnen Hongkongs. YU GUANYIN (Goddess of Mercy, 2003) drehte sie in Festlandchina nach dem gleichnamigen Roman von Hai Yan. „Guanyin” bezeichnet im Chinesischen die Göttin der Barmherzigkeit. Erzählt wird eine melodramatische Geschichte über eine Polizistin, die in der Provinz Yunnan bei einer Antidrogeneinheit arbeitet. Sie hat eine kurze Romanze mit einem jungen Mann, welchem sie jedoch einige Zeit später – inzwischen hat sie einen anderen geheiratet – bei einem Einsatz wiederbegegnet: Es stellt sich heraus, dass es sich um einen Drogendealer handelt. Eine tragische Dreiecksgeschichte entwickelt sich.

Di 13.10. 18.00 Uhr | Klassiker & Raritäten
万家灯火
WANJIA DENGHUO Myriads of Light

China 1948, R: Shen Fu, Da: Lan Ma, Shangguan Yunzhu, Wu Yin, 110 min OmeU
WANJIA DENGHUO Myriads of Light Die besten chinesischen Filme der Nachkriegszeit waren von einem kritischen Realismus geprägt, so auch WANJIA DENGHUO (Myriads of Light, 1948) von Shen Fu. Die Handlung spielt im Shanghai Ende der 1940er Jahre und beleuchtet das Leben einer Familie: Der Ehemann ist ein kleiner Angestellter mit geringem Gehalt, von dem er nur mit Mühe Frau und Kind ernähren kann. Die familiären Probleme spitzen sich zu, als seine Mutter, sein Bruder und seine Schwägerin vom Land zu ihnen ziehen. Auf diese Weise thematisiert der Film nicht nur die Zeit der Wirtschaftskrisen, sondern auch den Kontrast von Stadt und Land, Tradition und Moderne.

Do 15.10. 18.00 Uhr | Klassiker & Raritäten
本命年
BENMING NIAN Black Snow

VR China 1989, R: Xie Fei, Da: Jiang Wen, Cheng Lin, Yue Hong, 107 min OmeU
BENMING NIAN Black Snow Nach Verbüßung einer zweijährigen Strafe wird der gutmütige Li Huiquan aus der Haft entlassen und kehrt in seine Heimatstadt zurück. Seine Mutter und seine Freunde von früher sind entweder tot oder verschwunden, und er fühlt sich einsam und von allen missachtet. Da er zudem als ehemaliger Sträfling keine reguläre Arbeit findet, wird er Straßenverkäufer. BENMING NIAN (Black Snow, 1989) ist das kritische Porträt einer Gesellschaft im Übergang, die ihrer alten Werte verlustig zu gehen droht. Durch die Art der Fotografie und Ausleuchtung gelingt es Regisseur Xie Fei, Lis Entfremdung in einer als abweisend empfundenen Umgebung für den Zuschauer spürbar zu machen. BENMING NIAN lief mit großem Erfolg als chinesischer Beitrag auf der Berlinale 1990.

DOKUMENTARFILM & GESPRÄCH
Do 15.10. 20.00 Uhr
ONCE UPON A TIME PROLETARIAN Cengjing de wuchanzhe
VR China/GB 2009, R: Guo Xiaolu, Dokumentarfilm, 74 min OmeU
Zu Gast: Guo Xiaolu
  ONCE UPON A TIME PROLETARIAN ONCE UPON A TIME PROLETARIAN (Cengjing de wuchanzhe, 2009) trägt den Untertitel „12 Tales of a Country”. In zwölf Kapiteln, jeweils eingeleitet durch Schwarzweißaufnahmen von Kindern, die aus einem Heft vorlesen, wirft die chinesische Schriftstellerin und Filmemacherin Guo Xiaolu – deren Spielfilm She, A Chinese soeben in Locarno ausgezeichnet wurde – einen subjektiven Blick auf das gegenwärtige China in der postmarxistischen Ära. Jedes der Kapitel stellt ein Kurzporträt einer Person dar: von einem jungen Mann, der in die Stadt kam und nun als Autowäscher arbeitet, über einen alten Bauern, der sein Land verloren hat, bis zu einem erfolgreichen Hotelbesitzer. Zusammen ergibt sich ein poetisches und eindringliches Bild der gegenwärtigen chinesischen Gesellschaft auf der Suche nach einer neuen politischen und sozialen Identität. ONCE UPON A TIME PROLETARIAN hatte seine Premiere bei den Filmfestspielen in Vendig und wird als Deutschlandpremiere gezeigt. ¬ mehr

Fr 16.10. 18.00 Uhr
早春二月
ZAOCHUN ERYUE Early Spring

VR China 1963, R: Xie Tieli, Da: Sun Daolin, Xie Fang, Shangguan Yunzhu, 114 min OmeU
ZAOCHUN ERYUE Early Spring In einer kurzen Phase der kulturpolitischen Liberalisierung entstand ZAOCHUN ERYUE (Early Spring, 1963) von Xie Tieli. Ein Lehrer tritt in den 1920er Jahren in einem kleinen Ort eine Stelle an und verliebt sich in die Schwester des Direktors. Erstößt jedoch auf die Missgunst und Engstirnigkeit der Kleinstadtbewohner, die ihm vorwerfen, die Witwe eines früheren Studienkollegen, um deren Tochter er sich kümmert, verführt zu haben. Bei seinem Erscheinen wurde dem Film „bürgerlicher Humanismus” vorgeworfen, und es dauerte viele Jahre, bis er doch noch den verdienten Erfolg feiern konnte.

Di 20.10. 18.00 Uhr | Klassiker & Raritäten
小城之春
XIAOCHENG ZHI CHUN Spring in a Small Town

China 1948, R: Fei Mu, Da: Wei Wei, Shi Yu, Li Wei 85 min OmU
XIAOCHENG ZHI CHUN Spring in a Small Town Fei Mus XIAOCHENG ZHI CHUN (Spring in a Small Town, 1948) wurde erst in den 1980er Jahren als eines der Meisterwerke des chinesischen Kinos wiederentdeckt. Ein Arzt kommt in eine Kleinstadt, um einen Jugendfreund zu besuchen, und muss dabei entdecken, dass die vernachlässigte Ehefrau des Freundes niemand anderes ist alsseine einstige Verlobte. So beginnt sich in den folgenden zehn Tagen ein von Melancholie überschattetes Dreiecksverhältnis zu entwickeln, dem in der Gesellschaft der vierziger Jahre von vornherein jede Erfüllung versagt bleiben muss. Formal ist der Film ein intimes Kammerspiel, in dem der Sinngehalt der Szenen nicht durch Dialoge, sondern durch Blicke und Bildkompositionen vermittelt wird.

Fr 23.10. 18.00 Uhr
心香
XINXIANG The True Hearted

VR China 1992, R: Sun Zhou, Da: Zhu Xu, Wang Yumei, Fei Yang, 97 min OmeU
XINXIANG The True Hearted, DVD Cover Als seine Eltern sich scheiden lassen, wird der zehnjährige Jingjing zu seinem Großvater geschickt, der sich von nun an um ihn kümmern soll. Der Großvater, ein ehemaliger Darsteller der Pekingoper, ist ein Griesgram und lebt ein einfaches Leben in einem traditionellen Viertel, während der Enkel die Oper hasst und gegenüber dem Großvater verbirgt, wie viel er durch seine Eltern darüber gelernt hat. Liebevoll zeichnet Sun Zhou in XINXIANG (The True Hearted, 1992) den allmählichen Annäherungsprozess der beiden nach und gibt ein Beispiel für die Möglichkeit von Humanität und Verständnis zwischen den Generationen.

Sa 24.10. 22.30 Uhr | So 25.10. 18.00 Uhr
双旗镇刀客
SHUANGQIZHEN DAOKE The Swordsman in Double-Flag Town

VR China 1991, R: He Ping, Da: Gao Wei, Zhao Mana, Chang Jiang, 95 min OmeU
SHUANGQIZHEN DAOKE The Swordsman in Double-Flag Town SHUANGQIZHEN DAOKE (The Swordsman in Double- Flag Town, 1991) erzählt eine Geschichte, die aus einem Kurosawa-Film, aber auch aus einem Italowestern stammen könnte: Der sechzehnjährige Schwertkämpfer Hai Ge kommt in eine in der Wüste gelegene Festung, um die ihm schon vor ihrer Geburt versprochene Verlobte zu holen. Der Vater des Mädchens, ein Gastwirt, empfängt ihn jedoch sehr kühl und beschäftigt ihn mit Hilfsarbeiten, denn die gesamte Stadt wird von zwei Brüdern terrorisiert. Der Regisseur He Ping verweist deutlich auf seine Vorbilder, versetzt deren Handlungsmuster und Ikonographie aber in ein ganz und gar chinesisches Ambiente.

Mi 28.10. 18.00 Uhr | Klassiker & Raritäten
林家铺子
LINJIA PUZI The Lin Family’s Shop

VR China 1959, R: Shui Hua, Da: Xie Tian, Ma Wei, Han Tao, 83 min OmeU
LINJIA PUZI LINJIA PUZI (The Lin Family‘s Shop, 1959) von Shui Hua adaptiert die gleichnamige bekannte Erzählung von Mao Dun und spielt 1931 in einer Provinzstadt. Als die Nachricht vom Einmarsch der Japaner in die Mandschurei sich verbreitet, wird zu einem Boykott japanischer Waren aufgerufen – sehr zum Verdruss des Kaufmanns Lin, der vor allem japanische Güter vertreibt. So verfällt er auf die Idee, deren Herkunft zu verschleiern. Von den Flüchtlingen, die vor dem Kriegsgeschehen fliehen, vermag er kurzzeitig zu profitieren, bis schließlich auch er sich den Ereignissen nicht mehr entziehen kann. LINJIA PUZI, eine präzise Studie einer Kleinbürgerfamilie, versucht inmitten gesellschaftlicher Auseinandersetzungen hin und her zu lavieren.

Fr 30.10. 18.00 Uhr | Sa 31.10. 20.30 Uhr
城南旧事
CHENGNAN JIUSHI My Memories of Old Beijing

VR China 1983, R: Wu Yigong, Da: Shen Jie, Zheng Zhenyao, Zhang Min, 93 min OmeU
CHENGNAN JIUSHI My Memories of Old Beijing Nach dem Sturz der Viererbande erlebte die Produktion von Spielfilmen eine außerordentliche Renaissance. Einer der bemerkenswertesten – und auch international erfolgreichsten – Filme jener Jahre ist CHENGNAN JIUSHI (My Memories of Old Beijing, 1983) von Wu Yigong. In dieser Adaption des Romans der taiwanesischen Autorin Lin Haiyin wird das Leben eines kleinen Mädchens in einem südlichen Stadtteil Beijings in den 1930er Jahren geschildert. Aus Sicht des Mädchens und in einem langsamen, getragenen Rhythmus und traumartigen visuellen Stil wirft der Film einen Blick zurück in jene Zeit: Eindrücke vom Alltagsleben in den Gassen, die Freundschaft mit einem Dieb und die Erkrankung des geliebten Vaters.

Kinotermine im September

Fr 18.9. 20.00 Uhr | Sa 19.9. 22.30 Uhr
Eröffnung
寻找成龙
XUNZHAO CHENG LONG Looking for Jackie

VR China 2009, R: Jiang Ping, Fang Gangliang,
Da: Zhang Yishan, Jiang Hongbao, Yan Bingyan, 92 min OmeU
Zu Gast: Zhang Yishan und Zheng Hao (Fr 18.9.)
XUNZHAO CHENG LONG Looking for Jackie Yishan, ein 15-jähriger chinesischer Junge, ist ein großer Martial-Arts-Fan und studiert selber diese Kampfkunst, obwohl er mit seinen Eltern in Indonesien lebt. Als er für einen Verwandtenbesuch nach China zurückgeschickt wird, beschließt er auf eigene Faust, sein großes Idol Jackie Chan aufzusuchen. Bevor Yishan ihn schließlich findet, muss er jedoch eine Reihe von Abenteuern bestehen. XUNZHAO CHENG LONG (Looking for Jackie, 2009) von Jiang Ping und Fang Gangliang ist ein unterhaltsamer Trip durch verschiedene chinesische Lokalitäten, vom entlegenen Kloster bis zu den diversen Filmstudios. Jackie Chan spielt sich natürlich selbst, und in Cameoauftritten sind eine ganze Reihe weiterer chinesischer Filmstars zu sehen.

So 20.9. 18.00 Uhr | Di 29.9. 20.30 Uhr
我的父亲母亲
WODE FUQIN MUQIN The Road Home

VR China 1999, R: Zhang Yimou,
Da: Zhang Ziyi, Zheng Hao, Sun Honglei, 89 min OmeU
In Anwesenheit des Hauptdarstellers Zheng Hao (So 20.9.)
Mit Einführung von Chen Biqiang (China Film Archive) (So 20.9.)

FOKUS: CHINA, WODE FUQIN MUQIN (The Road Home, 1999) WODE FUQIN MUQIN (The Road Home, 1999) kehrt ein Geschäftsmann in sein Geburtsort zurück, weil sein Vater gestorben ist. Während er die traditionellen Begräbnisriten beobachtet, wird rekapituliert, wie seine Eltern sich in den 1950er Jahren kennenlernten, nachdem sein Vater als Lehrer neu ins Dorf gekommen war. Mit großer emotionaler Intensität und ebenso großer visueller Schönheit beschwört Zhang Yimou die Notwendigkeit menschlicher Werte angesichts einer sich rasant modernisierenden Welt.

Di 22.9. 20.30 Uhr | Sa 26.9. 20.30 Uhr
黄土地
HUANG TUDI Yellow Earth

VR China 1984, R: Chen Kaige,
Da: Xue Bai, Wang Xueqi, Tan Tuo, 89 min, OmeU
HUANG TUDI Yellow Earth HUANG TUDI (Yellow Earth, 1984) von Chen Kaige war der erste Film der sogenannten „Fünften Generation” von Filmemachern, der international für Furore sorgte. Erzählt wird von einem Soldaten der kommunistischen Achten Marscharmee, der 1939 den Auftrag erhält, bei den Bauern von Shaanbei Volkslieder zu sammeln, die für den Widerstand gegen die Japaner verwendbar sind. Der Soldat ist ein gewöhnlicher Mensch, hat nichts Heldenhaftes, und in den Bauern verkörpert sich sowohl die Rückständigkeit des abgeschlossenen Landlebens als auch die Identität des chinesischen Volkes; gleichwohl existiert die Perspektive der Veränderung. Bemerkenswert der originelle visuelle Stil, der sich an klassischer chinesischer Malerei orientiert und die bäuerliche Welt am Oberlauf des Gelben Flusses lyrisch-expressiv und ohne viele Worte evoziert. Kameramann war der spätere Regisseur Zhang Yimou.

Mi 23.9. 20.30 Uhr | So 27.9. 18.00 Uhr
向日葵
XIANGRIKUI Sunflower

VR China 2005, R: Zhang Yang,
Da: Sun Haiying, Joan Chen, Liu Zifeng, 128 min OmeU
XIANGRIKUI Sunflower In XIANGRIKUI (Sunflower, 2005) schildert Zhang Yang die Geschichte einer Familie von den 1960er Jahren bis in die jüngste Gegenwart. Kurz nach der Geburt seines Sohnes 1967 wird ein Maler verbannt – es ist die Zeit der Kulturrevolution. Als er 1976 zu seiner Familie zurückkehren darf, kommt es bald zum Konflikt mit dem rebellischen Sohn und zu einer Auseinandersetzung, die sich auch durch die folgenden Jahrzehnte hinzieht und das Verhältnis der beiden bestimmt. Mit stark autobiografischen Anklängen verfolgt Zhang diese Biografien, wobei er sich auf drei Stationen – 1976, 1987 und 1999 – konzentriert und in der Familiensaga zugleich die Geschichte des Landes aufscheinen lässt.

Do 24.9. 20.30 Uhr
劳工之爱情
LAOGONG ZHI AIQING Labourer’s Love

China 1922, R: Zhang Shichuan,
Da: Zheng Zhegu, Yu Ying, Zheng Zhengqiu, 30 min OmeU
Klavierbegleitung: Ulrich Rügner

SHENNÜ The Goddess
China 1934, R: Wu Yonggang,
Da: Ruan Lingyu, Zhang Zhizhi, Li Keng, 77 min OmeU
Klavierbegleitung: Ulrich Rügner

LAOGONG ZHI AIQING (Labourer’s Love, 1922) von Zhang Shichuan gilt als einer der ersten chinesischen Filme, von dem sich eine Kopie erhalten hat: eine Komödie um einen Obstverkäufer, der sich in die Tochter des Arztes verliebt, welcher den Laden gegenüber betreibt. Der Drehbuchautor Zheng Zhengqiu verkörpert in der Figur des Arztes eine der Hauptrollen.
The Goddess Das Zentrum der chinesischen Filmindustrie in den 1930er Jahren war Shanghai, wobei viele der Filme eine deutlich linke Tendenz erkennen ließen. Ein Meisterwerk jener Periode ist SHENNÜ (The Goddess, 1934), der erste Film von Wu Yonggang. Das Melodrama handelt von einer jungen Frau, die sich und ihren kleinen Sohn nur dadurch ernähren kann, dass sie als Prostituierte arbeitet. Überaus einfühlsam und in raffinierten Bildkompositionen vermittelt der Film Verständnis für das Schicksal einer diskriminierten, um ihre Würde kämpfenden Frau aus der Unterschicht. In der Hauptrolle brilliert Ruan Lingyu, eine der faszinierendsten Filmschauspielerinnen aller Zeiten.

Fr 25.9. 22.30 Uhr | Mi 30.9. 20.30 Uhr
买买提的2008
MAIMAITI DE 2008 Maimaiti’s 2008

VR China 2008, R: Xirzat Yakup,
Da: Yslamjan Waris, Arzgul Rixit, Muradil Ablimit, 94 min OmeU
MAIMAITI DE 2008 Obwohl er keine Ahnung von dem Spiel hat, muss Maimaiti in MAIMAITI DE 2008 (Maimaiti’s 2008, 2008) die junge Fußballmannschaft eines uigurischen Dorfes in Xinjiang trainieren. Es gelingt ihm mit Hilfe eines weiblichen Coachs, den Teamgeist der Jungs zu wecken – und mit einer Lüge: Er behauptet, dass sie, sollten sie das Fußballturnier des Distrikts gewinnen, zu Olympia nach Beijing fahren dürfen. Fußball ist für den Regisseur Xirzat Yakup einerseits ein Katalysator, der es den Bewohnern einer von Dürre heimgesuchten Gegend ermöglicht, ihr verlorenes Selbstbewusstsein zurückzugewinnen, andererseits aber auch die Quelle einer Fülle von Anspielungen auf die Weltstars dieses Sports.

In Zusammenarbeit mit dem Film Bureau of State Administration of Radio, Film and TV, Beijing.

Film Bureau of State Administration of Radio, Film and TV, Beijing

Kartenreservierung: 069 – 961220 220
Eintritt € 6,- / ermäßigt € 5,-; mit Kinocard € 4,- / ermäßigt € 3,50

 

Druckversion

 

Kontakt . Service . Freunde
Programmheft Deutsches Filmmuseum in der Trägerschaft des
Deutschen Filminstituts – DIF e.V. Kinoprogramm und Programmheft (PDF)
¬ mehr



Das neue Filmmuseum ¬ mehr



Unterstützen Sie DAS NEUE FILMMUSEUM
¬ mehr



Bücher, Plakate, DVDs
¬ mehr


Angebote fuer Schulen Museumspädagogik: Schule des Sehens
¬ mehr



Cinéfête 2010 – das französische Jugendfilmfestival. 28.10. – 03.11.2010
¬ mehr


news
Hessischer Kinokulturpreis 2009
¬ mehr


Stanley Kubrick
Stanley Kubrick
¬ mehr


Was tut sich - im deutschen Film? Veranstaltungsreihe
¬ mehr


IMG1
IMG2
IMG3

Ansprechpartner

Impressum

Newsletter

Öffnungszeiten

Preise

Anfahrt

Führungen

Dauerausstellung

Wechselausstellungen

Vorschau

Archiv

On Tour

Ansprechpartner

Führungen

Öffnungszeiten

Preise

 

Kinematheksverbund

Startseite

Ausstellung

Katalog

Filmreihe

Material

Freunde & Förderer

Team

Presse

Impressum

Aktuelles Kinoprogramm

Über das Kino

Festivals & Filmreihen

Kinderkino & Schule

Preise/Reservierung

Ansprechpartner

Newsletter

Filmarchiv

Bildarchiv

Plakatarchiv

Gerätearchiv

Musikarchiv

Textarchiv

Artur Brauner-Archiv

Sammlungen

Ansprechpartner

Ich suche

... Informationen zur Bibliothek


... Literatur


... einen Film

Ansprechpartner

Angebote für Schulen: Schule des Sehens
-Filmanalyse im Kino

Jugend-Film-Jury

Termine

Mitteilungen und Pressemappe

Pressefotos

Anmeldeformular

Ansprechpartner

Preise

Öffnungszeiten

Anfahrt

Ausleihe

Recherche

Reproduktionen

Führungen

Ihr Event im Filmmuseum

Newsletter

Programmheft

Stellen

Praktikum

Ansprechpartner

Events

Anmeldeformular

Ansprechpartner